Für den renommierten Plagiatsforscher Stefan Weber ist der Fall Mario Voigt mehr als eine politische Peinlichkeit. Der Österreicher sieht in der Affäre um mutmaßlich KI-generierte Reden und Gastbeiträge des thüringischen Ministerpräsidenten ein Symptom für einen größeren Verfall der politischen und medialen Textkultur. Das sagte er der JUNGEN FREIHEIT.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte einen Gastbeitrag Voigts zuvor von ihrer Internetseite entfernt und im Archiv gesperrt. Grund war der von Voigt nicht ausgeräumte Verdacht, der Text über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sei mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt worden. Zuvor hatte das Portal Frag den Staat Auffälligkeiten in mehreren Texten und Reden des CDU-Politikers dokumentiert (die JF berichtete).
Besonders brisant: In dem FAZ-Beitrag sollen auch Zitate von Experten gestanden haben, die sich nicht belegen ließen. Genannt wurden der Psychologe Jonathan Haidt, der Neurobiologe Gerald Hüther und der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer. Spitzer hat auf Anfrage sogar dementiert, den ihm zugeschriebenen Satz so geschrieben zu haben.

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