Eindrücke eines interessierten Beobachters von der AfD-Versammlung am 7.2.26 in Münster-Coerde
„Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wär` die Welt?“ Darüber dachte nicht nur einst der Dichterfürst J.W.Goethe nach; darüber dürfen auch alle Freunde karnevalistischer Narretei lustig-lebensfroh in diesen Tagen mal mehr, mal weniger nachdenken. Darüber wird aber auch der Unvoreingenommene nachdenken, der am letzten Samstag seinen Weg zum Hamannplatz in Münster -Coerde fand.
Da ging es zwar weniger lustig zu, aber bei den einen lebensbejahend, bei den anderen halt non stop närrisch. Die einen gebrauchten ihren Kopf zum Denken, die anderen mehr ihren Kehlkopf zum närrisch Brüllen. Jedem halt das Seine …
Auch wenn eine professionell und rücksichtsvoll agierende Polizei in Hundertschaftsstärke und mit mehreren Dutzend Polizeiwagen ein eher klein anmutendes Häuflein AfD-Dialogwilliger an zwei Flanken vor einer wenig dialogfähigen närrischen Ansammlung schützen müsste, so blieb die ganz große Narretei vom Febr. 2024 glücklicherweise diesmal Gott sei Dank aus:
Während nämlich der Hauptredner NRW-AfD-Chef Dr. med. Martin Vincentz damals unverrichteter Dinge kurz vor dem Ziel Rathaus gleich wieder seine Heimreise antreten durfte, da die Polizei ihm offensichtlich keinen Weg durch die „lustigen“, so „dialogfähigen“ Jecken bahnte, konnte dieser dieses Mal sehr wohl zu Wort kommen: Nicht nur in klugen, ermutigenden, Demokratie stärkenden Worten auf der Bühne, sondern eben auch in vielen unkomplizierten, zuhörenden und freundlichen Begegnungen. Ein Arzt, der weiß, wie Menschen ticken, der nicht nur um die wirklichen Wunden närrischer Politik weiß, der sinnvolle Verbände anlegt – rhetorisch blitzgescheit, kontaktfreudig, authentisch bürgernah. Der Autor konnte sich selber davon überzeugen, als Dr. Vincentz sich kurz vor Beginn Zeit nahm zu einem kirchenpolitischen Problem von nicht unerheblicher
Tragweite…
Wie er, hielt der wirklich bunte Reigen von namhaften und noch nicht so namhaften Rednern – ob Frau, ob Mann, ob Professor, ob mutiger Jugendlicher, ob Kongolese – ebenso kurze klar verständliche, engagierte, ermutigende Kurzansprachen. Dabei verwies der jüngste, uneingeschüchterte Redner auf das wahrheitsmutige Vorbild des Münsteraner Bischofs Kardinal von Galen, dessen Standbild am Dom als einer der größten Gegner des Nationalsozialismus von sog. „Antifaschisten“ quasi zum „Dank“ alle Jubeljahre mal wieder „antifaschistisch“ beschmiert wird. Narretei zelebriert dann ihre eigene „Logik“…
Kurzum: Hier die Welt fast schon familiärer Versammlung mit ca. 60 friedlichen Zuhörern und freundlichen Diskutanten, bürgernahen, nüchternen Politikern – und da die Welt der brüllenden, weniger lustigen Narren – abgeschirmt von einem Polizeiaufgebot, als ginge es den Kaiser von China, den Zaren von Russland und den US-Präsidenten gleichzeitig zu schützen …
Wenn halt zwei Welten aufeinandertreffen, oder wie Goethe meinte: „Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wär die Welt?“ Tja, was wär die Welt von Münsters Intelligenzia und darüber hinaus? Helau – alaaf! —
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